Technische Neuerungen in VIMP 6.5
VIMP 6.5 enthält zahlreiche Verbesserungen, die zum einen die Performance und Sicherheit erhöhen und zum anderen neue Funktionalitäten in VIMP bereitstellen. Die komplette Liste aller Änderungen finden Sie wie immer in unserem Changelog.
Systemvoraussetzungen
Bitte beachten Sie die Systemvoraussetzungen. Im Vergleich zu VIMP 6.2 haben sich die unterstützten PHP-Versionen geändert. Da PHP 8.1 sein End-Of-Life erreicht hat, wird für den Betrieb von VIMP nun mindestens PHP 8.2 vorausgesetzt. Die derzeit höchste unterstützte PHP-Version ist PHP 8.3. Zusätzlich wird ab jetzt eine Redis-Datenbank benötigt, sofern Sie das Rate-Limit für Formulare nutzen möchten.
SourceGuardian Loader
Der SourceGuardian Loader muss für alle VIMP Editionen mindestens in Version 15.0 installiert sein, um VIMP 6.5 zu installieren (keine Veränderung zur Vorversion).
Vor dem Update
Erstellen Sie vor dem Update wie immer ein Backup Ihrer VIMP-Installation.
Achtung
Sofern Sie VIMP im Docker-Container betreiben, beachten Sie bitte unbedingt unsere aktualisierte Installations- und Updateanleitung für Docker-Installationen.
Vorankündigung
Hinweis
VIMP 6.5 wird die letzte Version sein, die das Pacific-Template enthält. Ab der darauffolgenden Version werden wir das Pacific Template nicht mehr mit ausliefern. Sollten Sie das Pacific-Template noch im Einsatz haben, nutzen Sie bitte die Zeit, um auf das Ocean-Template umzusteigen. Dieses bietet Ihnen alle Möglichkeiten, die Sie bisher auch mit Ihrem Pacific-Template hatten - seit dieser Version auch inklusive Dark Skin.
Ocean Dark Skin
Für das Ocean-Template stellen wir ab dieser Version einen zusätzlichen Dark-Skin bereit. Diesen können Sie im Template-Manager oder unter Konfiguration -> Basis -> Templates auswählen und aktivieren.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
VIMP unterstützt nun Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
Wahlweise kann definiert werden, ob für bestimmte Benutzerrollen 2FA verpflichtend oder nur optional ist.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung unterstützt gängige Authenticator-Apps wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator und stellt für die Einrichtung einen QR-Code oder ein Secret bereit.

Hinweis
Die Nutzung der 2FA ist an folgende Rollenberechtigung geknüpft:
allow two factor authentication
Tipp
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Einrichtung der 2FA in VIMP finden Sie in unserem FAQ-Artikel.
Livestreaming-Verbesserungen
Das Livestream-Server-Modul wurde mit dieser Version umfassend überarbeitet.
Das Einrichten von Livestream-Servern ist nun noch einfacher und leistungsfähiger geworden. Die Wiedergabe erfolgt über MediaMTX und erlaubt mehr Eingangsformate als bisher.
Dabei wurde auch die HA-Fähigkeit (High Availability, also Clustern und Failover) für Livestream-Server verbessert.
Laufende Livestreams können aufgenommen und als On-Demand Videos im Portal bereitgestellt werden.
Über ein Livestream-Housekeeping wird sichergestellt, dass nicht mehr verfügbare Livestream-Einträge automatisch wieder gelöscht werden. Selbstverständlich können einzelne Livestreams auch vom Housekeeping ausgenommen werden.
Hinweis
Für das Livestream-Modul wurden folgende neue Berechtigungen hinzugefügt:
allow livestream housekeeping excludestart livestream recordings
Hinweis
Für das Livestream-Modul wurde folgender neuer Task zur Erstellung eines Livestream-Servers hinzugefügt:
vimp livestreamserver:create [--create-service] [--service-name="..."] title ip ssl-cert ssl-key
Achtung
Livestream-Server, die mit der bisherigen Livestream-Server-Komponente von VIMP erstellt wurden, werden mit dem Update nicht übernommen, sondern müssen neu angelegt werden!
Tipp
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration des Livestream-Servers finden Sie in unserem Administrationshandbuch.
Medienverschlüsselung
Medien können nun optional auf dem Server verschlüsselt werden. Die Option aktivieren Sie unter Konfiguration -> Transcoding -> Transcoding OpenSource -> Mediendateien verschlüsseln.
Bitte beachten Sie:
- Die Verschlüsselung gilt nach der Aktivierung nur für neu hochgeladene Medien.
- Möchten Sie Bestandsmedien auch verschlüsseln, so müssen diese neu transkodiert werden.
- Die Medien müssen beim Abspielen zunächst entschlüsselt werden, was die Serverlast etwas erhöht.
- Für den Download werden die Dateien nach wie vor unverschlüsselt bereitgestellt, da sie sonst außerhalb von VIMP nicht abgespielt werden könnten.
Überarbeitete URL Signierung
Die URL Signierung wurde komplett überarbeitet. Sie arbeitet nun ohne Tokens und blockiert Embeds über den Referer.
Mit der Überarbeitung ging auch eine neue Konfiguration einher, mit der für VIMP global definiert werden kann, welche Medienquellen überhaupt für die Wiedergabe verfügbar gemacht werden solllen. Die möglichen Optionen sind:
- Datei (MP4) und Streaming (HLS)
- nur Datei (MP4)
- nur Streaming (HLS)
- keines von beidem
Die Einstellungsoption finden Sie unter Konfiguration -> Streaming -> Streaming-Einstellungen.
Hinweis
Das Plugin "Media Embed Restrict" wurde im Zuge der Überarbeitung entfernt, da die Funktionalität nun vollständig im URL Signierungs-Plugin enthalten ist.
Nextcloud Anbindung
Optional können Mediendateien nach der Transkodierung automatisch in eine Nextcloud-Instanz kopiert werden. Sie haben dabei die Wahl, ob die Dateien in ein Benutzerverzeichnis oder ein definiertes globales Verzeichnis der Nextcloud transferiert werden sollen.
Überarbeitetes Log-System
Das VIMP-Syslog wurde grundlegend überarbeitet und mit dem Activity-Log verschmolzen.
Unter dem Adminpanel-Toplink "Log" gelangen Sie zum neuen gemeinsamen Log. Dieses enthält nun alle Einträge und lässt sich nach Ereignissen filtern.
Gleichzeitig wird ein SIEM-kompatibles Log in das log/-Verzeichnis auf dem Server geschrieben, das über einen externen Agent für einen Monitoring-Server abgeholt werden kann oder auch direkt an diesen gepushed werden kann.
Verzeichnisdienst-Mapping für Benutzerfelder
Individuell angelegte Benutzerfelder können nun ebenfalls mit LDAP- und/oder SAML-Attributen gemapped werden. Somit haben Sie die volle Flexibilität, um weitere Informationen aus dem Verzeichnisdienst in Ihre Benutzerfelder zu übernehmen.
Zusätzliche Berechtigungen für das Teilen eigener Medien
Die Erlaubnis zum Teilen eigener Medien hing bisher an den allgemeinen Berechtigungen, die einer Rolle für das Teilen gewährt werden können.
Ab jetzt gibt es zusätzliche Berechtigungen, die das Teilen eigener Medien explizit erlauben, auch wenn die allgemeine Berechtigung zum Teilen fehlt. So kann für eine Rolle ab jetzt definiert werden, dass sie nur ihre eigenen Medien teilen darf, nicht aber die Medien anderer Benutzer.
Hinweis
Folgende neue Berechtigungen wurden hinzugefügt:
allow own media share emailallow own media share embed iframeallow own media share embed jsallow own media share qr codeallow own media share socialallow own livestream share emailallow own livestream share embed iframeallow own livestream share social
Die Berechtigung allow media share wurde entfernt. Stattdessen erscheint der Teilen-Button von nun an auf der Medienseite, sobald mindestens eine der Teilen-Berechtigungen der Benutzerrolle zugewiesen wurde.
Auditoren-Rolle
In der Rollenübersicht befindet sich ab dieser Version eine neue Rolle mit dem Namen "Auditor".
Benutzer mit der Rolle Auditoren erhalten standardmäßig lesenden Zugriff auf alle Bereiche - wie ein Administrator, nur eben ohne die Berechtigungen, Inhalte zu ändern.
Dazu wurden zahlreiche neue Berechtigungen in VIMP eingefügt. Diese sind in großen Teilen Schreibberechtigungen für existierende Berechtigungen und sie enden auf "write", z.B. access backend livestreams write.
Hinweis
Mit dem Update auf VIMP 6.5 werden alle neuen Berechtigungen für die Administratorrolle automatisch aktiviert.
Bitte prüfen Sie nach dem Update dennoch alle vorhandenen Rollen und deren Berechtigungen auf Richtigkeit.
Tipp
Weitere Informationen zur Auditoren-Rolle erhalten Sie in unserem FAQ-Artikel.
Neuer Rich-Text-Editor (RTE)
Die beiden bisher zur Auswahl stehenden RTEs werden mit dieser Version durch einen neuen, modernen RTE abgelöst. Von Administrationsseite besteht kein Handlungsbedarf - der neue RTE wird automatisch eingebunden, sofern Sie einen der beiden alten RTEs aktiviert hatten.

Entfernung der Medienauslieferung ohne Frameworkaufruf
Die Medienauslieferung ohne Frameworkaufruf wurde ursprünglich eingebaut, um die Auslieferung der Medien im Player zu beschleunigen. Diese Funktion ist mittlerweile obsolet, da zur regulären Auslieferung kein messbarer Unterschied mehr besteht. Wir entfernen daher die Medienauslieferung ohne Frameworkaufruf mit dieser Version.
Hinweis
Es sind keine manuellen Änderungen notwendig. Auch wenn Sie die Medienauslieferung ohne Frameworkaufruf bisher aktiviert hatten, leitet VIMP entsprechende Aufrufe automatisch um.
Erweiterung der Mail-Templates mit zusätzlichen Tokens
Sie haben nun die Möglichkeit, die Mail-Templates - insbesondere das Mail-Template für die zusätzlichen Medieneigentümer - mit den folgenden beiden Tokens/Platzhaltern zu nutzen:
- Initiator der Zuweisung der zusätzlichen Medieneigentümerschaft:
[initiator:displaynameraw] - Besitzer des Mediums:
[mediaowner:displaynameraw]
Task: Reset Transcoding
Wenn ein Server während eines Transkodierungsvorgangs heruntergefahren wird, kann die Transkodierung keinen Fehler melden. Daher verbleibt das Medium dauerhaft im Status „konvertieren“. Dadurch werden auch die verfügbaren Slots für die parallele Transkodierung blockiert.
Für diesen Fall gibt es nun einen neuen Task, der die aktuell laufenden Transkodierungen zurücksetzt.
- Der Task prüft, ob er als Root ausgeführt wird.
- Der Task prüft, ob derzeit ein ffmpeg-, ffprobe- oder exiftool-Prozess an dem Medium arbeitet.
- Der Task prüft, ob das Medium in den letzten 2 Minuten nicht aktualisiert wurde.
./vimp framework:reset-transcoding
Parameter:
--verbose gibt erweiterte Informationen aus
--ignore-user überspringt die Überprüfung des „Root-Benutzers“
--ignore-processes überspringt die Überprüfung auf „ffmpeg / ffprobe / exiftool“ Prozesse
--ignore-updatedate überspringt die Überprüfung „innerhalb der letzten 2 Minuten geändert“
Mehrere Benutzer mit derselben E-Mail-Adresse
Es ist nun möglich, mehrere Benutzer mit derselben E-Mail-Adresse in VIMP anzulegen.
Achtung
Beachten Sie, dass bestimmte Funktionen, wie z.B. die Passwort-vergessen-Funktion von VIMP, dann auch dieselbe E-Mail-Adresse für mehrere Accounts nutzen. Empfohlen wird diese Möglichkeit daher hauptsächlich für Accounts, die über LDAP oder SAML registriert werden.
Rate-Limit für Formulare
Sie haben jetzt die Möglichkeit, ein Rate-Limit für Formulare einzurichten. Voraussetzung dafür ist die Anbindung an eine Redis-Datenbank.
Das Rate-Limit schützt Ihre VIMP Plattform und damit auch Ihren Server vor extensiven automatisierten Angriffen auf Ihre Formulare, z.B. das Login-Formular.
In der Konfiguration können Sie dafür bestimmte Grenzwerte einstellen, die pro Formular gelten sollen.
Tipp
Unser FAQ-Artikel erklärt Ihnen Schritt-für-Schritt, wie Sie die Redis-Datenbank installieren.
Zusätzliche SAML-Konfigurationsfelder
Die SAML-Konfiguration wurde um zusätzliche Felder erweitert, die Ihnen erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich der Verschlüsselung und Signierung bieten sowie eine Unterstützung für den Display Name liefern.
Tipp
Die neuen Felder sind in unserem FAQ-Artikel entsprechend gekennzeichnet.
Änderung betreffend die unbeaufsichtigte Installation
Ab VIMP 6.5 ist es aus technischen Gründen nicht mehr möglich, verschlüsselte Felder in der YaML-Datei für die unbeaufsichtigte Installation (z.B. unattended.yml) vorzubelegen. Verschlüsselte Felder sind all jene, die in der Konfiguration nicht direkt angezeigt werden und für den Zugriff nochmals die Eingabe des Passwortes erfordern.
Ersetzung mehrerer Third-Party-Bibliotheken
Mit VIMP 6.5 wurden mehrere Third-Party-Komponenten entfernt und durch native Browserfunktionalitäten ersetzt oder aktualisiert.
API-Änderungen
- Die API-Methoden
editMediumunduploadMediumenthalten nun zwei neue Parameter, mit denen die Download-Berechtigungen pro Medium gesteuert werden können (enable_download,enable_download_for_users). - Die Response der API-Methode
getMediumenthält zusätzlich die Einstellungen für den Mediendownload (s.o.).
Alle Änderungen finden Sie auch in unserer API-Beschreibung.